Tier, Mensch und Natur verdienen denselben Respekt – Das ist die Meinung von Designerin Sanaz Akaouf und ihrem Geschäftspartner Kai Wasser. Die beiden Zürcher waren vom Angebot veganer Kleidung enttäuscht und gründetet zusammen das ökologische Label Sanikai. Das erste und einzige vegane Modelabel aus der Schweiz, das auch hier produziert.

Stadtkinder: Welche 3 Adjektive beschreiben euer Label Sanikai am besten?

Sanaz Akaouf: Anmutig, ethisch korrekt & swiss made

Was zeichnet eure Stücke aus?

Unsere Kleider zeichnen sich durch ihre hochwertigen Materialien, den ethischen Grundsätzen und die Liebe zur Schweizer Handarbeit aus. Auch ist es uns wichtig, dass die Modelle von Sanikai saisonübergreifend sind, das Potential zum Verlieben haben und durch ihre Langlebigkeit viele Jahre getragen werden können.

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«Wir sind der Meinung, dass für Kleidung und vieles mehr niemand leiden sollte»

Ihr produziert also vegan. Was bedeutet das genau?

Bei uns kommen keine tierischen Materialien zum Einsatz. Sprich: Leder, Pelz, Daunen, Seide, Wolle. Auch verzichten wir auf tierische Fette in den Weichmachern, tierische Pigmente in den Farben und alles was mit Pestizide behandelt wurde. Bei unseren Zutaten wie Knöpfe, Nähfaden und Verstärker setzen wir ebenfalls auf rein natürliche oder recycelte Materialien. Wir sind aber nicht nur vegan, sondern auch umweltfreundlich und produzieren hier lokal.

Warum sollten wir mehr vegane Kleidung kaufen?

Wir sind der Meinung, dass für Kleidung und vieles mehr niemand leiden sollte. Weder Umwelt, Mensch noch Tier. Vegane Stoffe sind meist natürlich und ohne Pestizide behandelt, dass ist nicht nur gut für die Tierwelt, sondern vor allem auch für den Mensch, zum Beispiel für die Arbeiter auf den Plantagen und der Träger des Kleidungsstückes.

Wo lässt ihr euch für eure Designs inspirieren?

Wir lassen uns meist auf Reisen in fremde Kulturen inspirieren. Jedes Land, jede Kultur hat einen eigenen Modestil. Die letzten Jahre waren wir aber mehr auf Businessreisen statt Inspirationsreisen. Deshalb höre ich dafür umso mehr Musik, weil mich schöne Klänge und Töne oft zum Fantasieren und so auch auf neue Ideen bringen.

«Wir möchten mit Sanikai auch zeigen, dass Slow Fashion ebenso anmutig und spannend sein kann»

Wie entstand überhaupt die Idee zu einem eigenen Label?

Als ich kurz vor dreissig war, merkte ich, dass ich einen neuen Berufsweg einschlagen möchte, wo ich selbstständig arbeiten und etwas bewegen kann. Meine Grossmutter ist Schneiderin und Designerin im Iran. Die Nähmaschine war also ein sehr präsentes Element während meiner Kindheit. Ich glaube, schlussendlich war es eine logische Entscheidung, das zu machen, was ich eigentlich immer schon machen wollte. Mit dem Effekt, etwas auf dieser Welt bewegen zu können, da der Wunsch nach fair produzierter und veganer Mode auch aus einem eigenen Bedürfnis stammt.

sanikai vegane mode schweiz 4Was wünscht ihr euch für die Zukunft?

Mit unserem Konzept setzen wir uns für einen möglichst kleinen ökologischen Fussabdruck in der ganzen Wertschöpfungskette ein. Wir möchten mit SANIKAI auch zeigen, dass Slow Fashion ebenso anmutig und spannend sein kann. Natürlich würde es uns freuen, wenn Fast Fashion sich bald verabschieden würde und alle Menschen nur noch nachhaltig und fair produzierte Kleider tragen, die sie lange schätzen und tragen werden. Aber so lange viele grosse Brands immer noch Kleider billig und möglichst schnell produzieren und diese auch so günstig anbieten, werden die Menschen, die eben solche Mode kaufen und tragen, die erworbenen Stücke niemals richtig schätzen lernen. Es ist mit vielen anderen Sachen in unserem Leben nicht anders. Wir schätzen meist nur das, was wir mit Herzblut oder einem höheren Preis erworben haben.

 


Shop

Frau Gerolds Garten
Geroldstrasse 23
8005 Zurich
Switzerland

Online-Shop: shop.sanikai.com

 

 

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Michelle Feer

Michelle Feer

Steht auf Hosenanzüge an Frauen, Kitesurfing, Bomberjacken und Panda-Babys, könnte sich ausschliesslich von Thai-Curry, Sushi und Yogurette ernähren, leidet unter chronischem Fernweh.
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